Alles hat ein Ende. Oder doch nicht?!

Bevor ich die schon lange in mir brodelnde Idee eines eigenen Labels umsetzte, liebte ich mich kreativ auszutoben.

Während meiner schulischen Ausbildung begann ich mit meinem eigenen Kreativblog, den ich ständig mit neuen kreativen Ideen fütterte. In dieser Zeit lernte ich auch eine meiner treuesten Blogleserin näher kennen. Petra war/ist eine Selbständige die sich ihr Unternehmen selbst aufgebaut hat und die ungeahnt für mich als Vorbild fungierte. Nach meiner schulischen Ausbildung wurde die Zeit für's Bloggen immer knapper, bis ich schlussendlich meinen Blog aufgeben musste... doch der Kontakt zu Petra bestand weiterhin und als dann, nach einiger Zeit, meine Idee zum eigenen Label Realität wurde, war Petra die Person die mir mit Rat und Tat zur Seite stand. Bei allen Fragen, die mir kein Beamter der Wirtschaftskammer oder sonst wo beantworten hat können, hatte Sie stets ein offenes Ohr. Liebe Petra, du warst die Person die all meine betriebswirtschaftlichen Fragen zur Gründung eines Start-ups ehrlich und unverblümt beantwortet hat. Du hast mich unterstützt und an mich geglaubt. Du warst der Grundstein für mein Label. Ich danke dir von ganzem Herzen!

 

Als ich vor vier Jahren mein Label ROSArot&VeilchenBLAU gründete wusste ich nicht wohin mich diese Reise führen oder welche Schwierigkeiten auf mich zukommen würden. Natürlich hat man Personen die einem beratend zur Seite stehen, doch die Praxis sieht ganz anders aus und ist ein eigenes Thema. Du allein bist für dein Unternehmen zuständig. Du allein hast die Verantwortung und du allein entscheidest den Weg. Ich entschied mich für einen langsamen Start in die Selbständigkeit- ich hatte einen Vollzeitjob und führte nebenbei meinen Onlineshop. Der Onlineshop für Wohntextilien& Accessoires bzw. Kinderspielzeug aus Holz- und Stoffkombinationen war mein ganzer Stolz. Monatelang arbeitete ich am Design und der Programmierung. Als dann der Tag des offiziellen Startschusses kam, war ich voller Euphorie und Tatendrang. Lernte aber ganz schnell die Schattenseiten kennen... Aber aufgeben war für mich nie eine Option. Ich würde lügen, wenn ich behaupte dass ich nicht an mir, meinen Fähig- und Fertigkeiten gezweifelt habe. Aber sind es nicht solche Momente die uns antreiben?

 

Weg von den Wohntextilien, hin zu einer Kinderspielzeug-Produzentin und Modedesignerin. Ich zeigte meine Produkte nicht nur in meinem eigenen Onlineshop, sondern stellte diese auch auf den verschiedensten Kunsthandwerksmärkten und Shop-in-Shop-Stores aus. Die Verkäufe waren manchmal sehr oder eben nicht ganz so erfolgreich. Mit jedem neuen Tag stieg der Druck, den ich mir selbst machte, noch bekannter und erfolgreicher zu werden. Ich nahm in Kauf dass meine Familie in vielen Bereichen zurückstecken musste und dass ich keine freie Zeit mehr hatte. Relativ schnell beschloss ich meine Stunden auf eine 30std/Woche zu reduzieren. Von Jahr zu Jahr liefen die Märkte immer besser. Die Ausstellung in anderes Stores gab ich auf, da es zeitlich einfach nicht möglich war. Im Frühjahr 2016 reduzierte ich erneut meine Stundenanzahl in meinem Hauptberuf- diesmal auf 20std/Woche und entschied mich einen neuen Weg einzuschlagen.

 

Ich wollte meinen langgehegten Traum eines Geschäftslokals Wirklichkeit werden lassen und suchte eine zweite Designerin die mit mir gemeinsam diesen Weg beschreiten würde. Durch Zufall kam ich mit einer ehemaligen Schulkollegin ins Gespräch und es schien als würden unsere Vorstellungen eines gemeinsamen Geschäftslokals gut zueinander passen. Kurz vor Vertragsunterzeichnung bekam sie anscheinend kalte Füsse und überlegte es sich anders.

In diesem Moment war ich am Boden zerstört, wütend und empört über so eine Art und Weise. Doch auch diese Situation hielt mich nicht an meinen Traum zu glauben- natürlich immer den Rücken gestärkt von meinem Freund. Mit ein paar Tagen Gedenkzeit willigte ich schlussendlich im Mai 2016 ein, den Vertrag zur Anmietung (m)eines Geschäftslokals zu unterzeichnen. Dies war der Beginn eines unglaublichen Projektes.

 

Ihr könnt euch ja gar nicht vorstellen wie froh ich war! Mein Konzept: Ein Conceptstore mit nachhaltigen, individuellen und ausschließlich handgefertigten Produkten.

 

Ich nutzte jede freie Sekunde um Gastaussteller auszuforschen und anzuschreiben. So hart wie es nun klingen mag, aber gerade in der Anfangszeit war mein primäres Ziel, dass jede freie Ausstellungsfläche vermietet ist. Mir war es sogar so egal, dass ich der Kollegin eine Ausstellungsfläche bot, die mich hängen ließ. Für mich galt: Hauptsache keine all zu großen finanziellen Verluste. Vielleicht denken sich nun einige, dass mein Verhalten egoistisch war. Doch ich bin mir absolut sicher, dass jeder der in dieser Situtation gewesen wäre genauso gehandelt hätte.

 

Und auch wenn mein Geschäftsstart nicht so begonnen hat wie ursprünglich geplant, bin ich jetzt rückblickend betrachtet enorm glücklich diesen Schritt gewagt zu haben. Täglich galt es für mich neue Erfahrungen und geschäftliche Entscheidungen zu treffen und mit der Zeit wuchs ich mit der für mich neuen Herausforderung. Mit jedem erfolgreichen Tag meinerseits, kamen Neid und Missgunst anderer an die Tagesordnung. So entschied ich mich von allen negativen Personen und Einflüssen zu distanzieren und dies war die beste Entscheidung für mich und mein weiteres Vorhaben.

 

Heute, knapp vier Jahre nach der Labelgründung und mehr als 1 Jahr nach Geschäftseröffnung, sitze ich nun vor meinem Computer und habe dieselbe Entscheidung zu treffen wie damals mit meinem Blog... nur ist es diesmal eine viel wichtigere Entscheidung. Eine Entscheidung die mein Leben verändern wird.

 

Die Anfragen sind in den letzten Monaten rapide gestiegen sodass ich mittlerweile an dem Punkt angekommen bin, wo ich dies nicht mehr nebenbei machen kann. Ich komme wöchentlich auf 60 reine Arbeitsstunden zuzüglich den Stunden die ich für die Anfertigungen benötige. Daher habe ich gemeinsam mit meinem Freund beschlossen, dass ich meine ganze Energie, Kraft, Kreativität und Ausdauer nur noch für mein Label/ Geschäft aufbringen werde.

 

Es ist an der Zeit um meinem Label wieder neues/altes Leben einzuhauchen und noch stärker zu werden.